|
1. Zuerst eine Bindung aufbauen, erst dann fordern und lernen: Spielen Sie viel mit ihm, zeigen Sie durch Lob und Leckerchen, wenn er etwas richtig macht. Haben Sie miteinander Spaß, finden Sie heraus, was Ihr Hund besonders mag. Entwickeln Sie Phantasie, üben Sie nicht nur zweckgebunden, sondern sorgen Sie dafür, dass der Hund gerne zu Ihnen kommt: “Wo der Chef ist, das ist immer etwas Tolles los”.
2. Stimmlich eindeutig sein: Geben Sie Anweisungen immer in den gleichen Worten, sprechen Sie kurz, klar und freundlich. Lob und Tadel müssen sich stimmlich klar unterscheiden und sollten immer sofort erfolgen. Loben ist wirkungsvoller als Strafen. Wenn Strafe sein muß, dann stimmlich unmissverständlich sagen, was nicht richtig war, bei Missachtung ignorieren, keine körperliche Gewalt anwenden.
3. Feste Futterregeln einüben: Nichts vom Tisch geben. Der Hund darf an seinem Napf erst losfressen, wenn Sie ein bestimmtes Kommando geben und Sie üben mit ihm, dass er akzeptiert, wenn Sie sein Futter einmal wegnehmen.
4. Körperpflege einüben: Üben Sie schon mit dem Welpen regelmäßig mindestens einmal wöchentlich die Fellpflege und die Kontrolle verschiedener Körperstellen, das Bürsten, Nägel schneiden, Ohren, Pfoten und Hoden kontrollieren. Nicht vergessen: Die regelmäßige Gebißkontrolle.
5. Unterschiedliche Umweltsituationen üben: Autofahren, Aufzug, Bahn fahren, Menschenmengen, Großstadtlärm, Tierarztbesuch, Knallgeräusche, verschiedene Bodenbeläge, unterschiedlich aussehende Menschen, Rollstuhl, Fahrrad, Jogger. Machen Sie täglich kleine Ausflüge mit ihm und zeigen Sie ihm alle Situationen, die er kennen muß. Reagiert er verschreckt, nehmen Sie ihn auf keinen Fall auf den Arm oder streicheln ihn! Sie belohnen sonst seine Angst. Reagieren Sie ruhig und neutral. Schon beim ersten Bellen oder der allerersten Reaktion mit Leckerchen arbeiten und versuchen, das Erlebnis zu etwas Positivem zu machen!
6. Alleine bleiben üben: Von Welpenbeinen an, erst wenige Augenblicke, dann langsam steigern. Aber keine Ganztagslangeweile mit Abwesenheit von über 5 Stunden am Stück einfordern: siehe Punkt 10!
7. Weder über- noch unterfordern: Für Welpen keine langen Spaziergänge, nur kurze Erziehungsübungen, Lob, Spiel, Schlaf und Ruhephasen einplanen. Aktiv spazieren gehen, nicht gedankenversunken vor sich herlaufen und den Hund daran gewöhnen, dass er sich selbst beschäftigt. Keine übertriebene Skelettbelastung vor dem Ende des ersten Lebensjahrs.
8. Die Kontrolle behalten: Nicht über den Hund steigen, sondern ihn daran gewöhnen, dass er auch mal Platz machen muß. Nicht dulden, dass er Menschen anknurrt und Plätze verteidigt. Erhöhte Liegeplätze nie den Hund aussuchen lassen. Ihn daran gewöhnen, dass er sich nicht als Erster durch die Haustür oder das Auto quetscht und losrast, sondern dass sein Mensch ein Kommando gibt, wenn er loslaufen darf. Niemals dulden, dass er aufreitet. Nicht zulassen, dass er fremde Menschen anbellt und anspringt oder in Nachbars Vorgarten und auf den Gehsteig macht.
9. Sozialkontakte zulassen: Welpenspielstunden besuchen und regelmäßige Kontakte mit Artgenossen ermöglichen und dabei nicht gleich eingreifen: Den Hund auch mal Hund sein lassen und nicht dauernd auf ihn einquatschen und z.B. von ihm verlangen, dass er bei Fuß geht, während um ihn herum seine Artgenossen fröhlich spielen.
10. Ganz wichtig: Als Mensch ein verläßlicher Partner sein: Nicht nur Fordern, sondern auch Geben! Die Bedürfnisse des Hundes werden unter allen Umständen erfüllt: Zuwendung, Sozialkontakte, geistige und körperliche Auslastung, regelmäßiges sachgerechtes Futter und Gesundheitsvorsorge werden nicht aufgeschoben oder von der Lust oder von den Wetterverhältnissen abhängig gemacht, sondern sind feste Größen, auf deren Erfüllung sich Ihr Hund verlasen kann.
|