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Über schönes Fell bei Hunden

Ein gepflegtes Fell ist unzweifelhaft der Stolz jedes Eurasierbesitzers. Mit ihm steht und fällt ganz maßgeblich die Erscheinung des Hundes. Es lohnt sich also durchaus, sich ein paar Gedanken darüber zu machen, wie man diese natürliche Pracht, die bei unserer Rasse obendrein sehr pflegeleicht ist, erhalten kann. Der folgende Artikel gibt in wesentlichen Teilen Erkenntnisse wieder, die Eric Aldington in seinem Buch „Von der Gesundheit der Hunde“ ebenso anschaulich wie interessant beschreibt. Andere verwendete Quellen wurden hinter der jeweiligen Textstelle zitiert.

Vorab ein paar Gedanken zum Haar allgemein.

Bekanntermaßen besteht das Fell unserer Hunde aus einer Doppelbehaarung aus wärmender Unterwolle und festem, glänzenden Deckhaar. Durch eine dünne Fettschicht, produziert in den Talgdrüsen im Haarwurzelbereich, ist das Haarkleid vor Verunreinigungen, Schmutz und Nässe weitgehend geschützt. Schmutz, der dennoch aufgenommen wird, fällt einfach ab oder kann ausgebürstet werden. Wie schmutzanfällig das Fell ist, ist in gewissem Umfang auch rasseabhängig. Ich gerate immer wieder ins Staunen, wie viel Schmutz beispielsweise das Fell der Bearded-Collie-Hündin unserer Nachbarin, die oft bei uns ist, aufnimmt und abgibt. Es scheint Nässe, Blätter, Dornen geradezu anzuziehen wie ein Schwamm und man erhält den Eindruck, dass unsere zwei Eurasier zusammen weit weniger Schmutz ins Haus bringen als diese eine Hündin.

Das Hundefell erfüllt des weiteren die wichtige Aufgabe der Wärmeregulation. Bei Kälte stellt der Hund die Haare durch kleine Muskelkomplexe im Follikelbereich auf, dadurch entstehen wärmende Luftpolster zwischen den Haaren. Gleichzeitig wird durch die Muskelbewegung auch das Follikel leicht angehoben, was die Talgdrüsen zur Entleerung veranlasst, ihr fettiges Sekret verteilt sich so über die Haut und das Haar, gibt Glanz und macht es wasserabweisend.

Asjak ohne FellschadenAnders als bei uns Menschen wachsen Hundehaare nicht permanent, sondern in Zyklen. Das gesamte Haarwachstum macht übrigens bei Hunden, abhängig von der Rasse und Haarqualität, am Tag über 30 m aus, eine gewaltige Leistung des Organismus! Man unterscheidet drei Phasen, die eigentliche Wachstumsphase (Anagen), während der vor allem im Sommer die Haarfollikel Haar produzieren, dann eine Katagen genannte Übergangsphase und schließlich die als Telogen bezeichnete Ruhephase, bei der sich das Haar bereits von der Haarwurzel getrennt hat, noch im Follikel gehalten und schließlich abgestoßen wird. Dies nennt man den Fellwechsel, wobei beim gesunden Hund niemals alle Haare gleichzeitig ausgehen, weil im Hundefell alle drei Entwicklungsphasen nebeneinander mosaikartig gemischt vorkommen.

Asjak mit FellschadenDieser natürliche Entwicklungszyklus der Haare kann aber durch verschiedene Ereignisse gestört werden. Dann wird die Wachstumsphase der Haare durch ein solches Ereignis abrupt unterbrochen. So geraten gleichzeitig große Mengen von Haaren in die Übergangs- und Ruhephase und es kann nach 2-3 Monaten zu starkem und plötzlichem Haarausfall kommen, der über das normale Maß hinausgeht. Im Bild links oben zuerst  Asjak mit normalem Fell, darunter  mit Fellschaden durch eine Schilddrüsenunterfunktion. Man erkennt deutlich, dass im Bereich der Hose und am Schwanz die Haare abgebrochen und schütter sind.

Der Fellwechsel:

Bekanntlich wird die Unterwolle zweimal jährlich, bei den Hündinnen meist vor der Läufigkeit, bei den Rüden zum Teil auch nur einmal jährlich abgestoßen. Da das Winterfell zum Schutz gegen Witterungseinflüsse dicker ist als das Sommerfell, ist der Haarwechsel im Frühjahr stärker als der im Herbst.

Pflegetechniken:

Während des Haarwechsels, der etwa 5 Wochen dauert, sollte man die Hunde täglich bürsten. Es ist bekannt, dass bei häufigem Bürsten die neuen Haare schneller nachwachsen, als wenn man auf das natürliche Ausfallen wartet. Das Bürsten ist auch wichtig, damit die abgestorbenen Haare nicht auf der Haut verbleiben, dort verklumpen und ranzig riechen können. In verfilztem ungekämmten Fell kann die Luft nicht zirkulieren und der Hund kann dadurch Probleme bei der Wärmeregulation und auch Hautprobleme bekommen. Das Bürsten massiert und lüftet zudem die Haut und erfüllt außerdem eine wichtige Aufgabe, da man bei dieser Gelegenheit das Tier gründlich befühlt und kleine Verletzungen, Parasiten oder Hautveränderungen rechtzeitig wahrnimmt.

Allerdings sollte man sorgfältig und „mit leichter Hand“ bürsten, da man anderenfalls nicht nur die abgestorbenen Haare in der Ruhephase, sondern auch die neu nachwachsenden Haare in der Wachstumsphase mit herausreißt, die noch besonders empfindlich sind und mit denen Teile des Follikels mit herausgezupft werden können, was einer Fellneubildung sicher nicht förderlich ist.

Vor einigen Jahren war im Eurasiermagazin einmal ein sehr interessanter Artikel von Frau Guhrmann zur Fellpflege, bebildert mit einem höchst vergnügten „Modell“, das sich die Pflege mustergültig gefallen ließ, Cristan. Ich muß zu meiner Schande gestehen, dass bei uns nur ein Bruchteil der in diesem Artikel vorgestellten Pflegeutensilien zum Einsatz kommt. Hauptsächlich verwenden wir eine Doppelbürste. Mit feinen Stahlzinken wir das Fell erst mit dem Strich, dann gegen den Strich und dann wieder mit dem Strich durchgebürstet, an empfindlichen Stellen wie dem Bauch und den Innenschenkeln benutzen wir die weichere Bürstenseite. Ein mittelfeiner Kamm mit rotierenden Zinken hilft beim Entfilzen des feinen Haares hinter den Ohren. Ein elektrischer Entfilzungskamm der Firma Moser tut außerordentlich gute Dienste bei der Pflege des kastrierten Asjak, dessen Fell sehr leicht verklumpt und verfilzt. Mit einer Schere mit abgerundeter Spitze kürzen wir das Fell zwischen den Ballen. Dadurch können sich im Winter nicht so leicht lästige Schneeklumpen bilden, die den Hund behindern und es kommt auch weniger Schmutz ins Haus. Das leichte Beschneiden der Fahnen an den Läufen, vor allem im unteren Drittel ist Geschmackssache, macht aber einen gepflegteren Eindruck, es wird mit einer Haarschere gemacht. Zuguterletzt wird der Hund mit einem weichen, in verdünntem Apfelessig getauchten Fensterleder oder Mikrofasertuch abgerieben. Dadurch wird die elektrostatische Aufladung des Fells wie bei einem Haarconditioner aufgehoben, der Staub entfernt, durch die Säure entsteht bei regelmäßiger Anwendung ein besserer Entzündungsschutz der Haut und das Fell glänzt wunderbar.

Baden und Duschen spielt bei der Hundepflege bei uns kaum eine Rolle. Gerade wir mit unseren weißen Hunden werden immer gefragt, wie oft wir diese baden und das Erstaunen ist groß, wenn wir antworten, dass dies bisher so gut wie nie notwendig war. Im Gegenteil sollte man die Hunde nur dann baden, wenn es absolut notwendig ist, da der natürliche fette Schutzmantel der Haare entfernt wird und das Fell so weit schlechter trocknet und Verunreinigungen annimmt als zuvor. Interessant  sind die individuellen Unterschiede, die wir zwischen unseren Hunden beobachtet haben. So hatten wir eine weiße Eurasierhündin, Kimba und haben jetzt eine weißen Samojedin namens Djeeba. Trotz gleicher Farbe sind diese beiden hinsichtlich des Pflegeaufwandes sehr unterschiedlich. Natürlich sieht man auf dem hellen Fell Verschmutzungen besonders gut und als echte Wald-und-Wiesen-Tober, die unsere Hunde nun einmal sind, sind die Bäuche nach dem Spaziergang eher als schlammfarbig zu bezeichnen. Während aber der Schmutz bei Kimba, die relativ festes Deckhaar hatte, leicht abfiel, dauert dies bei unserer Samojedin erheblich länger, ja, selbst nach dem Bürsten zeigen die Haare am Bauch einen bräunlichen Schimmer, der nur durch Abbrausen mit klarem Wasser oder gar Baden und Shampoonieren mit einem milden Hundeshampoon zu beseitigen ist. Ihr Fell ist von der Struktur her erheblich weicher und viel feiner, so dass der Schmutz eher hängen bleibt.

Welche Menge Unterwolle abgeht, ist individuell sehr verschieden. Wir haben die Haare eine Weile gesammelt, um sie verspinnen zu lassen und waren erstaunt, dass Alika, unsere graue Eurasierhündin mit eher dünnem Fell, nur die Hälfte der Wolle von unserer Kimba mit ihrem prächtigen weißen Fellmantel abgab. Tali, unsere Schwarze, hat zwar ein sehr dichtes Fell, die Haare sind aber von der Struktur her sehr dick, so dass wir selbst während des Fellwechsels kaum die üblichen Wollbüschel herumliegen haben. Sie ist von allen Hunden, die wir hatten, am pflegeleichtesten.

Was beeinflusst nun die Fellqualität?

Der Haarwechsel und die Haarqualität sind zwar genetisch bedingt, werden aber einerseits von den  Umweltbedingungen wie Lichteinwirkung und Umgebungstemperatur, andererseits von den Lebensumständen, also vom  Gesundheitszustand, dem Hormonstoffwechsel und der Ernährung beeinflusst, auch mechanische Einflüsse spielen eine Rolle. Mit diesen sechs Faktoren wollen wir uns nun ein wenig näher beschäftigen.

Zur Lichteinwirkung: Die unterschiedliche Intensität des Lichtes, bedingt durch den Wechsel der Jahreszeiten, setzt die Stoffwechselvorgänge in Gang, die auch das Haarwachstum steuern.

Zur Umgebungstemperatur: Wenn es kälter wird, bildet der Hund ein dickeres Winterfell. Hunde, die bei wenig Bewegung ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, haben keine festen Fellwechselzeiten, sie haaren das ganze Jahr über.

Zum Hormonstoffwechsel: Dieser hat einen großen Einfluß auf die Fellqualität.

Asjak und Djeeba, ohne FellschadenAsjak mit Haarbruch im Bereich der Halskrause

Erwähnt werden soll an hormonellen Stoffwechselstörungen hier nur die Schilddrüsenunterfunktion, die auch bei unseren Hunde gelegentlich vorkommt und zuweilen extreme Kahlheit und Haarbruch hervorrufen kann. Die Fotos unseres Rüden Asjak belegen dies anschaulich. Rechts Asjak mit extremem Haarbruch im Bereich der Halskrause, links 7 Monate später, das Fell ist dank Medikamenten wieder gewachsen. Es kann übrigens bei einem langhaarigen Hund wie dem Eurasier bis zu 12 Monaten dauern, bis ein entstandener Fellschaden nach Beseitigung der Ursachen wieder zugewachsen ist!

Haben Sie bei Ihrem Hund Fellprobleme, die sich durch eine Futterumstellung nicht beheben lassen, sollte man u.a. eine Schilddrüsenuntersuchung erwägen. Die Bestimmung des „richtigen“ Wertes ist allerdings nicht immer einfach, da man herausgefunden hat, dass der Normalwert einiger Rassen erheblich niedriger liegt als der Normalwert anderer Rassen. Auch Tagesschwankungen spielen eine Rolle, ebenso das Alter des Tieres, junge Hunde haben einen höheren Schilddrüsenwert als ältere. Auch sollte immer eine Schilddrüsen-Funktionsprüfung gemacht werden, ein Blutwert allein ist sehr wenig aussagekräftig.

Kimba Kastriert, mit WollbehaarungKimba unkastriert, normaler Fellzustand

Eine Kastration zieht eine erhebliche Veränderung der Fellqualität nach sich und sollte nicht nur aus diesen Gründen sehr sorgfältig abgewogen werden. Leider ist die Schönheit des Fells nach diesem Eingriff meist mehr oder weniger dahin, erkenntlich an den Fotos unserer Kimba, die mit einem Abstand von nur 2 Jahren gemacht wurden. Rechts ist Kimba 6 Jahre alt und kastriert, links 4 Jahre und unkastriert. Das Gewicht ist übrigens gleich geblieben und mit 18 kg lebenslang niedrig gewesen! Es bildet sich eine lange, sehr weiche Wollbehaarung, in der Äste und Schmutz leichter hängen bleiben und die schlechter zu pflegen ist. Das Fell trocknet nicht mehr so leicht und ist weniger schmutzabweisend. An den Hosen, am Bauch und am Hals muß es gekürzt werden, damit der Hund seine „Figur“ halbwegs behält und kein Urin oder Kot daran hängen bleibt. Da man oft die farbigen Haarspitzen abschneiden muß, sehen die beschnittenen Fellbereiche unschön aus, da sie gräulich und fransig wirken. Das Kastratenfell bildet leicht teddyplüschartige Klumpen und muß häufiger gebürstet werden, da es schnell verfilzt. Da muß man beim Bürsten viel Geduld aufbringen und behutsam vorgehen. Damit man nicht zu viele Haare unnütz herausreißt und den Eurasier durch diese doch manchmal schmerzhaftere Prozedur „verprellt“ nimmt man am besten einen elektrischen Entfilzungskamm zu Hilfe). Ich habe eine eigene Technik entwickelt: Nach jedem Bürstenstrich mit der kämmenden Hand, fahre ich kraulend mit der anderen Hand hinterher. So duldet unser sonst recht unwilliger Asjak die Fellpflege auch an den kritischen Stellen.

Zum Gesundheitszustand allgemein: Psychischer Streß, Erkrankungen wie Stoffwechselstörungen, Infektionskrankheiten oder körperliche Veränderungen (Trächtigkeit, Fieber, Operationen)  können zu Haarausfall führen. Bei Parasitenbefall und Mangelernährung wirkt das Haarkleid oft stumpf und fettig. Der Grund sind schlecht funktionierende Talgdrüsen. Dies zeigt nicht nur einen Mangel an, sondern es kann auch große Hautprobleme nach sich ziehen, da die ungesättigten Fettsäuren im Talg gleichzeitig bakterienabweisend wirken und so einen natürlichen Schutzmantel für die Haut darstellen.

Das Wichtigste kommt jetzt: Schönes Fell kommt von innen!

Zur Ernährung: Eine gute Ernährung hat einen maßgeblichen Einfluß auf die Schönheit des Fells. Haare bestehen zu 95% aus Protein, daher sollte man darauf achten, vor allem während des Fellwechsels besonders hochwertiges Futter zu geben, denn es wird ja das umgesetzt, was vorher verfüttert wurde. Was besonders hochwertig heißt, davon soll weiter unten erneut die Rede sein. Hätten Sie gewusst, dass auf das Haarwachstum und die Keratinisierung gut 20-30% des täglichen Proteinbedarfs Ihres Hundes verwendet werden?

Hunde, die ausschließlich immer mit derselben Sorte Trockenfutter ernährt werden, zeigen oft eine sichtbar schlechtere Haarqualität. Leider kann das Thema Ernährung hier nur sehr grob angeschnitten werden, man kann ganze Bücher allein darüber verfassen. Zwar sind in gutem Trockenfutter alle Nährstoffe enthalten, die der Hund braucht. Allerdings ist nicht immer gewährleistet, dass Ihr Hund diese auch erhält, wenn das Futter bei ihnen ankommt. Ein weiteres Problem stellt die Qualität der verwendeten Rohstoffe dar. Beides sind Dinge, die man als Endverbraucher beim Trockenfutter nicht kontrollieren kann.

Hunde brauchen zur Verwertung der Nährstoffe in der Nahrung lebensnotwendige mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die dem Futter zugesetzt werden, da der Hund sie nicht selbst bilden kann. Nun sind solche Fette sehr empfindlich bei der Lagerung. Sie werden, selbst wenn man zur Konservierung Antioxydantien (z.B. Vitamin E) zusetzt, spätestens nach 6 Monaten ranzig, eine zu warme Aufbewahrung des Futters beschleunigt diesen Prozeß. Dadurch werden nicht nur die essentiellen Fettsäuren, sonder auch die Vitamine D, E und Biotin (Vitamin H) zerstört, so dass ein Fett- und Vitaminmangel entstehen kann, obwohl das Trockenfutter genügend dieser Stoffe enthält. Selbst wenn man beim Kauf auf das Mindesthaltbarkeitsdatum achtet und das Futter kühl lagert, kann bei den oft weiten Transportwegen eine Erhitzung nie ganz ausgeschlossen werden.

Ein weiteres Problem ist die Qualität, das heißt im Hinblick auf das Fell stellt sich vor allem das Problem der Verwertbarkeit der verwendeten Proteine. Man unterscheidet Proteine pflanzlicher und tierischer Herkunft, die beide benötigt werden, vom Hund aber je nach Herkunft zu einem unterschiedlich hohen Prozentsatz genutzt werden können. Man spricht von biologischer Wertigkeit, die bei Ei, Fisch, Leber und Rindfleisch am höchsten ist. Bei pflanzlichen Proteinen ist Soja etwas besser zu verwerten als Weizen und Mais. Aus Kostengründen wird oft ein höherer Anteil an pflanzlichen Proteinen in den Futtermitteln verwendet, die für den Hund aber nicht so hoch verdaulich und daher nicht so wertvoll sind.

Auch sollte man darauf achten, dass der Proteingehalt des Futters weder zu niedrig noch zu hoch ist, um z.B. bei den Welpen das unerwünschte und schädliche schnelle Wachstum nicht zu begünstigen. Nun besteht aber das Problem, dass im EU-Futtermittelrecht zum Beispiel beim Rohprotein nur Mindestgehalte vorgegeben sind, der tatsächliche Proteingehalt des Futters aber durchaus darüber liegen kann, auch dies ein Unsicherheitsfaktor bei den Fertigfuttermitteln (http://www.hundezeitung.de/top/top-46.html). Empfohlen werden derzeit 20-25% Proteingehalt bei erwachsenen Hunden und 25 – 30% bei Welpen.

Außerdem müssen die Hersteller des industriell gefertigten Hundefutters nicht angeben, woher das verwendete Protein stammt und welche Proteine enthalten sind. Das europäische Futtermittelrecht erlaubt beispielsweise die Verwendung von Kadavern, Hufen, Innereien, Urin, Tiermehl, Blutmehl, Gülle. Zusatzstoffe, die im Herstellungsland nicht deklarationspflichtig sind, müssen auch im Endprodukt nicht deklariert werden. (Ein kleiner Lichtblick am Horizont ist Tierfutter aus Schweden, da dort wesentlich strengere gesetzliche Richtlinien gelten. Dort sind Antibiotika, Hormonzusätze und Beruhigungsmittel bei der Tierzucht verboten und es darf auch kein Kadavermehl für die Futterherstellung verwendet werden. Wer Näheres wissen will, im Internet sind hier interessante Informationen erhältlich: http://www.hundezeitung.de/ratgeber/essen.html).

Achten Sie also bei der Fütterung grundsätzlich darauf,  im Wechsel mit industriellem Fertigfutter regelmäßig auch frische, selbst zubereitete Mahlzeiten zu füttern. Diese könnten aus z.B. Käse, Eigelb, Quark, Gemüse, Reis, Putenfleisch, Rindfleisch, Lammfleisch, Fisch, Huhn oder Pansen gemischt werden. Füttern Sie abwechslungsreich.

Bei den Fertigfuttermitteln sollten Sie hochwertiges Futter vorziehen. Auf Anraten unseres Tierarztes werden bei uns die Hunde von klein auf daran gewöhnt, dass wir zwischen mehreren Sorten wechseln, da deren chemische Zusammensetzung bei dem hochindustrialisierten Fertigfutter immer gleich ist und Futtermittelallergien vermehrt dann entstehen sollen, wenn immer wieder dieselben Proteine gegeben werden.

Auch die Gabe von einem Teelöffel Öl (nicht mehr!) mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren im täglichen Futter fördert ein schönes Haarkleid. Hier ist auf einen hohen Gehalt an Linolsäure zu achten und man sollte ein hochwertiges, kaltgepresstes Öl verwenden. Den höchsten Gehalt an Linolsäure haben Distelöl (70%) und Sonnenblumenöl (68%). Sonnenblumenöl hat aber ein ungünstiges Verhältnis an ungesättigten Omega-Fettsäuren (keine Omega-3-Fettsäuren, dafür 233 Teile Omega-6-Fettsäuren), dadurch wird eine Tumorentstehung begünstigt. Außerdem sollte man kein Olivenöl verwenden, da es sehr wenig Linolsäure enthält und zudem von Hunden nicht gut verdaut werden kann.

Im Handel sind Futterzusätze mit Biotin (Vitamin H) erhältlich, das ebenfalls das Haarwachstum fördert. Da gutes Hundefutter meist alle notwendige Nährstoffe einschließlich Biotin enthält, sollte man diese jedoch nicht als Dauerbeigabe verwenden, auch wenn das Biotin bei einer zu reichlichen Gabe als wasserlösliches Vitamin einfach ausgeschieden wird und nicht schadet. Es könnte notwendig sein, etwa zur Unterstützung des Fellwechsels bei der nach dem Werfen abgehaarten Hündin oder der Rekonvaleszenz nach Krankheiten. Man sollte übrigens darauf achten, kein rohes Eiklar zu füttern, da das darin enthaltene Avidin die Biotinverwertung verhindert und dadurch ein Mangel dieses für ein schönes Fell so wichtigen Stoffes entstehen kann.

Zuguterletzt ist noch auf die mechanisch verursachten Fellschäden hinzuweisen. Bei Eurasierspaziergängen sieht man oft Hunde mit einem Fellschaden in der Halskrause. Die langen Deckhaare sind im Bereich der Halskette abgebrochen. Hierzu ist anzumerken, dass man jede Halskette nur während des Spaziergangs anlegen sollte und die Glieder der Kette weder zu grob noch zu fein sein sollten, damit das Fell zwischen den Kettengliedern nicht eingeklemmt und herausgerissen wird.

Gerlingen, im April 2003, © Barbara Post

 

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